Mittwoch, 19. Mai 2010

Mittwoch drittes Probendrittel



Kroatien: zu Beginn sitzen sie auf einer Bank und bewegen sich dann mit den Tänzerinnen über die Bühne. Am Ende stehen sie dann in einem Herzerlrahmen, was leicht kitschig wirkt. 2/3 der Truppe vertraten 2005 schon Bosnien-Herzegowina. Die damalige Leadsängerinnen wurde seither aber zweimal ausgetauscht und deswegen hört sich die Hörprobe von Call Me auch etwas schräg an. Für mich steht Kroatien dieses Jahr sicher im Finale.

Georgien ist eindeutig kaputtinszeniert. Eigentlich eine ganz nette traurig-dramatische Ballade. Aber dann hüpfen da Tänzer auf der Bühne rum und heben das arme Kaukasusmädel auch noch durch die Gegend. Im Hintergrund hängen aber schöne rot ausgeleuchtete Stoffbahnen. Die Vorhangtechnik ist in Oslo ziemlich beliebt.

Und zu guter letzt die Türkei. Da kam ich blind aus der Probe. Ausser Nebel und vielen, vielen Blinkelichtern sieht man in der Arena nicht viel. Ich hoffe, dass das im Fernsehen besser ist. Musikalisch dürfte alles in Ordnung gewesen sein, ist halt letztendlich wieder geschmackssache.

So das wars dann fuer heute. Will jetzt zurück ins Hotel. Die Sonne hat beschlossen heute zu erscheinen und wenn man dann am Vormittag direkt neben dem Fenster sitzt heizt sich der Platz ziemlich auf. Hab mir deswegen als Mittagessen ein lecker Eis auf der Kantineterrasse gegönnt. Wenigstens ist heute der Strom im Pressezentrum nicht ausgefallen. Ansonsten schau ich, ob ich heut mal vor Mitternacht ins Bett komm (iiich glaubs nicht, gähn).

Euer Stefan

Mittwoch 2tes Probendrittel



Von Irland war ich einfach begeistert. Sie sang zwar noch nicht Vollgas (die Einschiffung per Nachtfähre hat auch ihren Hals gestreift), aber trotzdem ist Sie genial. Sie steht da auf einem kleinen Podest (wird unter ihrem Kleid bestimmt nicht zu sehen sein) und singt eins um andere mal ohne Probleme Ihre Ballade. Mädel du musst einfach ins Finale.

Bulgarien dagegen ist jetzt nicht ganz mein Fall. Auch Miro klagt über leichte Halsprobleme, vielleicht musste er deswegen einmal wegen Hustenanfall abbrechen. Oder wegen der Nebelwolke, die ihn einhüllte. Es wird dann zu Beginn von den Tänzerinnen noch viel mit Tüchern gewedelt, was den besungenen Engel darstellen soll. In der Pressekonferenz zeigte er dann noch einen Teil seines Rückentatoos (wenn ihm eh schon so warm war, hätt er es uns auch gleich ganz zeigen können).

Die zyprische Probe und Pressekonferenz hab ich dann leider nicht mitbekommen. Ich werd mich aber bemühen die nächste mitzubekommen um dann eine Kritik abgeben zu können.

Mittwoch erstes Probedrittel



Die ersten 3 Proben des Tages sind auch schon vorbei. Die Niederlande gab gleich einen zünftigen Einstand. Natürlich stand ein riesiges Orgelimitat auf der Bühne (das ursprünglich geplante Original war schwer). Sie wirkte noch ein wenig verhalten. Das kann aber daran liegen, dass sie seit Wochen Stimmprobleme hat und deswegen wurde ihr auf der Pressekonferenz ein Redeverbot auferlegt. Der Start im Halbfinale wurde aber nicht in Frage gestellt. Der Komponist (Vadda Abraham) wird dann nächste Woche nachkommen.

Von Rumänien bin ich immer noch nicht begeistert. Ich finde sie wirken nicht harmonisch. Am Klavier sitzen, Lack und Leder, Ariengekreische: der ganze Auftritt ist ein zweitklassiger Abklatsch von Slowenien 2001 (Energy).

Und Österreich ist doch dabei. Die österreichisch-ungarische Vorentscheidung wurde im Musikantenstadl ausgetragen und gewonnen hat Slowenien. Die slowenischen Fans sind erleichtert, dass sich die Alpenrocker auf der Bühne bewegen und nicht nur statisch rumstehen. Was die Ausleuchtung angeht wird noch viel experementiert: von schwarz bis knallig rot.

Dienstag, 18. Mai 2010

Damals als....

Wir schreiben heute den 18ten Mai. Und was war heute vor 14 Jahren? Damals war der Grand-Prix-Zirkus auch in Oslo und bis zum Beginn des Finales waren es nur noch etwas über 2 Stunden. Veranstaltungshalle war damals nicht die Telenor-Arena (da stand ja noch der Flughafen), sonder das Oslo-Spektrum mitten in der Innenstadt. Ein vollkommen eingebauter Halbrundbau, der von aussen bei näherer Betrachtung mit kunstvoll gestalteten Ziegeln gestaltet ist. Nur war Österreich damals nicht eine der heuer abwesenden ehemaligen Siegernationen, sondern richtig mit von der Partie. Georg Nussbaumer meisterte seinerzeits mit Bravour die europaweite Video-Vorausscheidung. Am Ende teilte man sich einen respektablen 10ten Rang mit Malta. Und aus eben dieser Inselrepublik und Frankreich regnete es Gold, sprich 12 Punkte. Damals, als das Orchester noch spielte und in Landessprache geträllert wurde.

Dienstag Teil 2

Wo geht's gleich wieder weiter? Ach ja, Dänemark. Die hatten die Idee jeden der beiden nach dem Abgang von der Herzblatt-Gedächtniswand kurz auf ein nichtsichtbares Fahrband zu stelle, das sie voneinander scheiden lässt. Klappte am Anfang nur bei einer Hälfte. Und dann viel kurz die Tonverbindung zur weiblichen Hälfte aus. Noch dazu funktionierte die Windmaschine noch nicht. Folgerichtig waren die Dänen mit der ersten Probe nicht zufrieden. Bevor ich dazu ein Statement abgebe, wart ich lieber mal die nächste Probe ab und was dann dabei rauskommt.

Bei der Schweiz gab es anfangs erheblich Probleme mit der Tonabschmischung. Das wurde zwar besser, aber sie sollten trotzdem noch ein bisschen üben. Unabhängig davon bin ich aber immer noch ein Fan der beiden Songs.

Schweden ist für meinen Geschmack ein zu unscheinbarer Titel. Alle auf der Bühne werden aber weiss tragen und der Chor hat einen bisher einmaligen Standplatz. dazu muss aber erst etwas zur Bühne gesagt werden. Diese kommt dieses Jahr ohne Schnörkel und grossartige Leinwand im Hintergrund aus. Lichteffekte sind wunderbar machbar. Insgesamt beschreibt die Bühne einen Kreis mit einem Steg ins Publikum. Nur die Begrenzung der hinteren Kreishälfte ist schräg ansteigend. Und eben auf dieser Schräge stellt sich im Laufe des Auftritts der Chor mit Mikrophonständer auf.

Aserbaidschan hat diesmal 3 Treppen aufgebaut, zwischen denen Safura und die 4 Chordamen im Silberglitzermini wechseln. Dazwischen wechselt Safura mal auf den Steg und zwischen den Damen hüpft ein, natuerlich gut gebauter, Sinnlos-Tänzer umher. Der Song selber spaltet die Meinung der Pressemeute. Immerhin ist eine stimmliche Verbesserung im Vergleich zum Preview-Video zu sehen.

Die Ukraine überrascht nicht nur mit einer anspruchsvollen Rockballade für die Umweltbewegung, sondern auch mit der Darbietung. Einzig und allein Alyosha steht auf der Bühne und singt fehlerfrei. Kein Spiegel, kein fahrbares Schlagzeug.

Was heute zu gewisser Langeweile im Pressezentrum führte, war ein halbstündiger Stromausfall dort, und die gleichzeitig laufende aserbaidschanische Probe riss ja nicht wirklich vom Hocker.

Heute abend macht dann das Eurocafe auf, ist sicher einen Besuch wert. In diesem Sinne noch einen schönen Abend aus dem nun sonnenscheinigen Oslo,

Euer Stefan

Dienstag Teil 1

Gestern fand um 18.oo vor dem Rathaus ein ESC-Open Air-Konzert statt. Den Anfang machten die legendären Bobbysocks, welche wir aber leider verpassten, da wir ja noch im Pressezentrum waren. Wir erlebten nur noch das Ende mit Didrik S.-T. und A. Rybak. Zum Abschluss sangen dann noch alle begeistert Mil etter mil (Norwegen 1978, 0 Punkte). Stell sich einer vor in Wien würden alle inbrünstig "Lisa, Mona Lisa" grölen.

Die ersten drei Proben sind heute auch schon vorbei. Litauen machte den Anfang, wirkte aber noch etwas mechanisch und die frische Spontanität aus der Vorentscheidung fehlte noch etwas. Die Hosen wurden nur im letzten Durchgang weggefetzt. Das Anziehen würde immer zu lange dauern.

Armenien hats dann etwas übertrieben. Auf der Bühne ist ein couchgrosser Marillenkern plaziert (Apricot Stone), aus dem zum Schluss ein Baum rausschiesst. Und der überflüssige Tänzer hält die meiste Zeit einen seltsamen Gegenstand in Händen, eine Art Mischung aus kernloser Olive, Vase und American Football. Ausserdem kann sich Eva stimmlich ruhig noch ein bisserl steigern. Da hilft sonst auch die Pürotechnik nicht mehr.

Bei Israel sitzt dagegen von Anfang an alles: Stimme und der dezent gehaltene Auftritt.

Montag, 17. Mai 2010

Die Isländer